5 Tipps, um einen Job als Tiermedizinische/r Fachangestellte im Ausland zu finden

Ich muss gestehen, als ich meine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten angefangen habe, hatte ich auch das romantische Bild von der Arbeit mit Wildtieren in Afrika vor Augen. Ich sah mich im Sonnenuntergang mit einem Jeep durch die Steppe Afrikas fahren, umringt von springenden Antilopen, gemütlichen Elefantenherden, trinkenden Giraffen und lauernden Löwen…

Ich weiß nicht genau, woher dieser völlig romantisierte Traum kam, doch während meiner zweijährigen Ausbildung im -ziemlich unromantischen- deutschen Arbeitsalltag half mir dieser Wunsch häufig in stressigen, unangenehmen oder auch ekeligen Situationen zu wissen, warum ich all das tat. Ich lebte die zwei jähre Ausbildung mit der Gewissheit, dass ich am Ende irgendwo in Afrika mit Wildtieren arbeiten würde.

Da war nur ein klitzekleines Problem: Ich hatte keine Ahnung wie und wo. Also fing ich an zu googeln und stieß ziemlich schnell auf Agenturen, die sich darauf spezialisiert hatten, jungen Deutschen den Traum von Afrika, von Freiheit, vom großen Leben, von Wildtieren katalogsmäßig zu verwirklichen -für eine horrende Summe an Geld.

Das fand ich Schwachsinn! Am Ende meiner Ausbildung würde ich Fachkraft sein, ausgebildet um Tierärzten zu assistieren, mit jede Menge Fachwissen. Ich würde bereit sein, dieses Wissen anzuwenden, hinauszugeben, mit der Welt zu teilen. Und dann sollte ich irgendwen dafür bezahlen, dass ich irgendwo arbeiten dürfe!? Ich sah ein, dass gerade in Afrika viele gemeinnützige Organisationen agieren, um Land, Menschen und Tiere zu unterstützen und wenig Geld zur Verfügung haben. Aber trotzdem: Ich würde Fachkraft sein und hätte Fachwissen zu bieten!

Also habe ich nach anderen Möglichkeiten gesucht, um an einen Job im Ausland -in meinem Fall Afrika- zu kommen und möchte diese gerne teilen, da ich sehr, sehr häufig die Anfrage bekomme: Wie hast du deinen Job in Namibia gefunden?

Denn -oh große Überraschung-: ich habe am Ende meiner Ausbildung tatsächlich in Namibia bei einem Wildtierarzt gearbeitet und meinen Traum gelebt! Ich hatte wahnsinnig aufregende Arbeitstage in Namibia, an denen jeder Moment lehrreich und intensiv war. Ich habe afrikanische Wildtiere gesehen, bin ihnen ganz nah gekommen und habe sie behandelt; ich hatte waghalsige Helikopterflüge, um Tiere aus der Luft zu impfen oder sedieren; habe Narkosen auf der Ladefläche eines Pickups überwacht und kleine Operationen im namibischen Busch durchgeführt. Genau das war mein Traum! Und nun kommen fünf Tipps, wie du deinen Traum auch verwirklichen kannst:

1. Als erstes: Sei dir sicher, was und dass du es möchtest! Ich habe den Traum in Afrika mit Wildtieren zu arbeiten in jeder Faser meines Körpers gespürt und war mir dadurch sowas von sicher, dass es natürlich so kommen wird. Der Weg dorthin und auch die Zeit vor Ort wird nicht immer einfach sein, aber wenn du weißt, warum du es möchtest und was du dir von dieser Zeit erhoffst, wirst du einen riesigen Antrieb haben, es immer weiter zu versuchen, immer weiter zu kämpfen und nicht aufzugeben. Mal dir aus, was du dort machen wirst, was du erleben wirst, welche Menschen du treffen wirst, wie deine Arbeit aussehen wird und dann lebe mit diesem Traum, als würde er nur darauf warten endlich gelebt zu werden!

2. Fang an allen Menschen, die du kennst -wirklich allen!-, zu erzählen, dass du gerne als Tiermedizinische Fachangestellte in Afrika, Norwegen oder Pusemuckel arbeiten möchtest. Werde ruhig ein wenig nervig und erzähle jedem, was du machen möchtest. Frage, ob nicht irgendwer schon mal in deinem Traumland war oder jemanden kennt, der dort war oder mir helfen kann. Ihr werdet erstaunt sein, wie viele Menschen schon mal in einem Land waren, in das ihr gerne möchtet und wie hilfsbereit Menschen sind, wenn sie merken, dass ihr etwas wirklich wollt! Am Anfang reicht dir eine Adresse und ein netter Mensch, der für dich beim örtlichen Tierarzt nachfragt… Werde kreativ!

Über die berüchtigten tausend Ecken, habe ich tatsächlich jemanden gefunden, der längere Zeit in Namibia gelebt und gearbeitet hat, gute Kontakte zu einer Kirchengemeinde hatte und wusste, dass dort in der Kirchengemeinde auch ein Wildtierarzt war. Was ein Zufall -aber ihr werdet euch wundern, welche Zufälle euch begegnen werden. Also werde kreativ!

3. Google einfach nach Farmen/Lodges/Wildtierauffangstationen/Safari-Guides in deiner Region und schreibe diese direkt an. Es gibt überall auf der Welt tausende von wunderbaren Farmen und ich glaube, dass jede Menge über eine gute Hilfe dankbar sind. Formuliere eine nette Mail, aus der hervorgeht, warum du diesen Traum hast, was du erwartest und was du zu bieten hast. Und dann schicke sie raus in die Welt. Habe keine Angst zu fragen oder Menschen auf den Keks zu gehen: Wenn sie dich nicht brauchen, keine Lust auf dich haben oder einfach schlecht gelaunt sind, dann antworten sie dir nicht und nichts passiert. Das ist also das schlimmste, was passieren kann…

4. Falls dir das zu unsicher ist, guck doch mal auf Workaway vorbei. Da werden Farmen/Stationen/Guides von vorherigen Freiwilligen bewertet, sodass du dich auf deren Erfahrungen stützen kannst. Die Mitgliedschaft kostet aktuell 36€ im Jahr, aber wenn dir das deinen Traumjob oder deine Traumjobs überall auf der Welt vermittelt, ist das wohl eine gute Investition.

5. Und zu guter Letzt: Da ich weiß, dass viele Tiermedizinische Fachangestellte den Wunsch haben im Ausland zu arbeiten, versuche ich Angebote aus dem Ausland zu sammeln und zu veröffentlichen. Momentan habe ich einen Job in Australien auf meiner Webseite veröffentlicht, der wirklich wahnsinnig toll ist: Begleite Kameltouren durch das australische Outback, kümmere dich um die Tiere, sei den ganzen Tag draußen, schlafe unter den Sternen und lebe in der Wildnis! Schau gerne auf: www.tierischwildeslernen.de/auslandsjobs vorbei. Dort werden regelmäßig Auslandsjobs folgen.

So das waren meine Tipps. Bei weiteren Fragen, Problemen oder wenn du Unterstützung brauchst, kannst du dich jederzeit bei mir melden! Außerdem freue ich mich sehr, wenn du mir von Erfolgsgeschichten erzählst und vielleicht sogar Lust hast, dein Wissen, deine Erfahrungen und deine Erlebnisse aus einem Auslandsjob als Tiermedizinische/r Fachangestellter hier auf meinem Blog zu teilen und so andere TFAs zu inspirieren.

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